Saalbach-Hinterglemm

Die Gegend um Saalbach-Hinterglemm war in der Alpenregion eine der ersten, die erkannt hat, dass nur allein mit Wanderern im Sommer, eine Region die vom Tourismus lebt, nicht dauerhaft überleben kann.

Die Infrastruktur des bekannten Skigebiets hatte aber alles was man braucht um Freerider, Downhiller und auch Tourenbiker glücklich zu machen.

  • Viele Lifte und Gondeln, die bei Buchung in bestimmten Hotels sogar kostenlos nutzbar sind (dazu später mehr),
  • Hotels und Pensionen in allen Kategorien,
  • Eine landschaftlich sehr reizvolle Lage und letztlich eben viele Berge, in die man schöne Strecken shapen kann.

So entstand hier sicherlich eine der attraktivsten Locations Österreichs für Biker.

Wie viele Regionen, die im Winter vom Skisport leben, hat auch Saalbach-Hinterglemm keinen räumlich eindeutig abgetrennten Bikepark.

Ähnlich wie in Davos oder Porte du Soleil erstrecken sich die Spots über das gesamte Tal zwischen Saalbach und Hinterglemm und die angrenzenden Berge.

International bekannt wurde die Region auch durch den hochrangig besetzten „adidas slopestyle contest“ und die „World Games of Mountainbiking“.

Auch das alljährlich stattfindende Freeridefestival hat mittlerweile Besucher aus der ganzen Welt. Wer etwas Glück hat, kann auch außerhalb der Events auf einen Richy Schley treffen, der diese Region auch zu einer seiner Lieblingsgegenden erkoren hat.

Auch der direkt angrenzende Bikepark in Leogang, macht die Region sehr interessant und attraktiv.

Was erwartete euch also im Bikecircus?

Im Wesentlichen sind es 4 Strecken mit sehr unterschiedlichen Charakteren und Schwierigkeitsgraden:

Milkaline:

Die Milkaline wurde 2011 neu eröffnet und richtet sich in erster Linien an Anfänger. Sie ist auch durchaus für Kinder geeignet, entsprechendes Material vorausgesetzt.

Sie wurde komplett künstlich angelegt und ist zum größten Teil fein geschottert. Startpunkt ist die Mittelstation der Kohlmaisbahn.

Von hier startet die Line in großzügigen, flachen Kurven.

Kleinere Sprung- und Holzelemente folgen.

Die Strecke ist insgesamt 3,2 km lang und überwindet 380m Höhendifferenz.

Sie ist sehr einfach zu fahren, wer länger nicht mehr in Bikeparks war kann sich hier wieder heran tasten und über die Geschwindigkeit den Schwierigkeitsgrad steuern.

Hier mal ein Video, wie das aussieht, wenn man es laufen lässt:

Am Ende der Line gibt es einen Waschplatz, an dem man sein Bike waschen kann.

Aufgrund des Streckenbelags ist die Milkaline auch bei nassen Bedingungen problemlos befahrbar.

 

Blueline

Die Blueline könnte man auch die Flowline nennen. Die Blueline am Reiterkogel ist ein superflüssiger trail, der sich auch nach einem langen Tag auf dem Bike noch problemlos meistern läßt. Schnelle Kurven, Anlieger, kleine Drops und Sprünge, die sich aber auch alle umfahren laßen. Auch ein paar Nortshoreelemente sind vorhanden. Wie auch für die Milkaline gilt hier: Die Geschwindigkeit macht die Schwierigkeit und so haben hier sowohl Anfänger als auch Cracks ihren Spaß.

Die Station der Reiterkogelbahn liegt direkt in Hinterglemm, auch hier gibt es wieder eine Waschstation für eure Bikes, außerdem ist direkt an der Talstation auch ein Bikeshop mit Werkstatt, falls mal was kaputt geht oder ihr ein Bike ausleihen wollt.
Saalbach AllLines Edit Part 4 BlueLine von hoschik auf MTB-News.de

 

Pro-Line

Auf die Pro-Line kommt ihr, wie bei der Blueline auch,  über die Reiterkogelbahn.

Dieser Trail hat wohl alles was man sich unter Freeriding so vorstellen kann.

 

Am Start erst schnell, geht es dann in engen Waldkehren weiter, es folgen felsige Stücke, Doubles,Tables, Drops, ein fettes Roadgap, Northshorelemente….

Diese Schmankerl kann man fahren, muss man aber nicht, an den meisten Stellen gibt es entsprechende Chickenways. Wer aber wirklich Spaß haben will, sollte schon ein gewisses Maß am Fahrkönnen besitzen. Wer mit der Blueline gut klar kommt, hat auf der Pro-Line die Möglichkeit die nächste Stufe zu probieren. Am Ende der Strecke wartet dann noch eine fette Dropbatterie auf euch.

Freeride Pro Line Saalbach from M4ZE on Vimeo.

 

X-Line

Auf die X-Line kommt ihr über die Bergbahn des Schattbergs. Sie ist eine der längsten Freeridestrecken Europas mit über 6 km Länge und einer Höhendifferenz von 1.015 m und das auf weitestgehend naturbelassener Strecke. Im Prinzip kann man die X-Line in zwei unterschiedliche Strecken aufteilen:

Den oberen Teil von der Gipfelstation bis zur Mittelstation:

Dieser Teil startet zunächst recht weiträumig am Hang entlang, vorwiegend auf Schotter in großzügigeren Kurven, Anliegern und kleineren Sprüngen. Nach einem dann etwas anspruchsvolleren, steileren Teilstück folgt dann noch mal ein schneller Downhill bis zur Mittelstation.

Ab hier beginnt dann der schwierigere Teil der Strecke, der dann auch nur noch erfahrenen Bikern empfohlen werden kann, Anfänger werden hier weniger Spass haben, da es hier dann doch schon tricky wird.

Wer sich aber auf Nortshorelementen wohl fühlt, kommt hier voll auf seine Kosten. Im unteren Teil könnt Ihr euch dann noch entscheiden, ob ihr dem slopestylekurs (in den letzten zwei Jahren, in denen wir dort waren, allerdings geschlossen gewesen) oder der einfacheren Abfahrt in‘s Tal folgen wollt.

Die X-Line ist also eine sehr abwechslungsreiche Strecke und bietet eigentlich schon alles was ein Freerider so braucht. Eine Empfehlung von uns: Wenn es nass wird, ist der untere Teil mit den Wurzeln sehr rutschig, dann besser nur den oberen Teil bis zur Mittelstation fahren.

Big 5

Aufgrund der vielen Gondeln im Glemmtal, bietet sich für Freerider mit einer ordentlichen Kondition noch etwas besonderes an:

5 unterschiedliche Downhills mit insgesamt 5000 Tiefenmetern an einem Tag. Da ihr aber in Summe rund 72 km und auch 1000 Hm hoch kurbeln müsst, ist diese Tour schon anstrengend und eher was fürs Enduro oder zumindest Freeridebikes, die sich noch einigermaßen bequem den Berg hoch treten lassen. Wer die Strapazen auf sich nimmt, wird auf jeden Fall belohnt.

Es gibt für diese Geschichte sogar eine eigene Homepage: http://www.big-5.at/

Kleiner Tip von uns: Man kann die Tour auch auf 4 Gondeln kürzen, ist aber nicht weniger spektakulär. Hierfür einfach den Zwölferkogel auslassen und dafür lieber etwas ausgedehnter den köstlichen Kaiserschmarrn am Spielberghaus genießen.

Speziell für diese Tour gibt es übrigens ein Big-5 Ticket für die benötigten Gondeln.

Hacklberg trail

 

Man kann in Saalbach-Hinterglemm nicht nur auf den Bikeparkstrecken viel Spaß haben.

Es gibt auch einige tolle Naturtrails, die man auch als Biker nutzen darf. Der wohl bekannteste hiervon ist der Hacklbergtrail. Es gibt wahrscheinlich nicht viele Trails auf denen man Flow so intensiv erleben kann.

Leider gibt es keine Gondel, die einen direkt bis zum Einstieg bringt.

Man fährt mit der Schattbergbahn bis zum Ostgipfel, mit dem Bike am Einstieg zur X-Line vorbei, bis zum Gatter und kämpft sich dann in ca. 45 min steil schiebend den Berg hoch zum Westgipfel des Schattbergs an dessen Hütte dann auch der Trail beginnt.

Auf einer Länge von rund 2 km surft man dann leicht abschüssig in Richtung Hacklberghütte und wünscht sich eigentlich nur eins: Hoffentlich hört dieser Trail niemals auf.

Der Trail kann von jedem gefahren werden, auch das Bike spielt keine Rolle. Wer mit dem Downhiller kommt kann es richtig krachen lassen, wer mit der 80mm CC-Feile fährt, lässt es halt ein wenig langsamer angehen.

An der Hütte endet dann auch der eigentliche Trail schon, man kann aber die Abfahrt ins Tal variieren. Eine technisch sehr anspruchsvolle Variante zweigt nach kurzer Schotterabfahrt Richtung Bergstadl. Freunde enger Spitzkehren kommen hier auf ihre Kosten.

Wer der Schotterstrasse weiter folgt, stößt auf einer ebenen Lichtung auf einen Pfad der links den Berg hinunter führt. Nach ein paar Stufen führt dieser in den Wald und sinkt dann steil, teilweise über Wurzelfelder ins Tal (nur bei sehr trockenen Verhältnissen zu Empfehlen).

Joker Card

Wer sich in einem der Partnerbetriebe (Hotel, Pension) der Jokercard einquartiert, bekommt für die Zeit seiner Anwesenheit eine kostenlose Liftkarte für alle Seilbahnen in Saalbach-Hinterglemm. Zusätzlich kann man 1x täglich auch die Asitzbahn in Leogang benutzen. Wenn man bedenkt, daß man hier teilweise schon sehr günstige Unterkünfte buchen kann hat man somit die Möglichkeit auch bei kleinerem Budget ein paar Tage Spaß zu haben.

Hier jetzt noch ein Video in dem ihr euch ganz gut einen zusammenfassende Überblick verschaffen könnt, was euch die Region so zu bieten hat.
FREERIDE Camp Saalbach von BKM-SE auf MTB-News.de

Öffnungszeiten und Preise:

Je nach Wetterlagen sind die Parks von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet. Einige der Bahnen schließen auch schon früher. Aktuelle Infos gibt es hier:

http://freeride.bike-circus.at/index.php?id=20

Preise für Erwachsene:

Big-5 Ticket: 28,50 EUR (einmalige Nutzung der Bahnen in Saalbach-Hinterglemm und Leogang)

Bikecard (uneingeschränkte Nutzung der Bahnen in Saalbach-Hinterglemm und Leogang)

1 Tag: 32,50 EUR

2 Tage: 62,00 EUR

3 Tage: 73,00 EUR

aktuelle Infos zu den Preisen gibt es hier:

http://freeride.bike-circus.at/index.php?id=38

 

WIr wünschen euch viel Spaß im Bikecircus.at